Pfingsten ist Kraft!

Nicht mit Macht und nicht mit Gewalt, sondern durch meine Geistkraft, spricht Adonaj, mächtig über Heere. (Sacharja 4,6b)

Geist Gottes ist in der Welt. Geist Gottes, die Kraft Gottes, die bis heute wirkt. Verändert. Tröstet. Begleitet. Leitet. Überrascht. Sie ist nicht kontrollierbar. Lässt sich nicht einfangen. Nicht einschüchtern. Nicht von uns, nicht von den Mächtigsten, nicht von den Frommsten, nicht von Krisen, nicht von Lockdown. Die Geistkraft ist einfach da und weht wo sie will.

Jedes Jahr an Pfingsten stehe ich da und wundere mich. Bin berührt. Verstehe die Botschaft der Geistkraft nur zu Teilen. Aber vielleicht ist genau das die Botschaft: So vieles verstehen wir eben doch nicht. Es ist nur Stückwerk. Gott ist größer, als alles was wir uns vorstellen können. Passt nicht in unsere Grenzen.

In diesem Jahr, in diesen Wochen erlebe ich überraschend viele Momente, in denen ich Gottes Geistkraft spüre. Ich spürte sie bei einem Treffen, zu dem ich mit innerlich festgefahrener Meinung ging, meine Überzeugung wurde aufgebrochen und ich konnte anderes zulassen. Neues konnte entstehen. Ich spürte sie in einer Gruppe, in der ich mich öffnete, meine Sorgen und Zweifel und Fragen teilte und aufgefangen wurde, andere fanden die richtigen Worte, die mich in der Tiefe berührten und Heilung förderten. Ich spüre sie, wenn die Möglichkeiten Kontakte zu halten sich vielfältig zeigen. Wenn ich Gottes Botschaft neu begegnen kann, wo noch vor wenigen Wochen alles stillstand. Wenn Neues Raum einnimmt und gesegnet wird.

Von Gottes Geist wird bereits lange vor dem Pfingstereignis im Alten Testament erzählt. Der hebräische Begriff „Ruach“ oder „Ruah“ ist Lebenshauch, Wind, Geist und Kraft. Verbunden mit Mensch und Gott. Die Ruach Gottes ist Geistkraft – unumstößlich mit Gott verbunden. Die Geistkraft Gottes ist nicht Macht oder Gewalt, wie wir Menschen sie so häufig leben und fördern. Gottes Geist ist die Gegenwart Gottes selbst. Und die Zusage, dass die heilige Geistkraft in die Welt kommt, wird sichtbar und spürbar an Pfingsten. Diese Zusage heißt, dass Gott selbst in dieser Welt ist und bleibt und wirkt. Größer als wir verstehen. Die Jünger waren fünfzig Tage nach der Auferstehung Jesu verängstigt und mutlos. Wussten nicht wie es nur weitergehen kann ohne Jesus bei ihnen. Ihnen fehlte die Perspektive und so zogen sie sich zurück. In Zeiten, in denen wir verunsichert sind, in denen wir uns einsam und allein fühlen, in denen wir zweifeln und fragen, ist die Gegenwart des Heiligen Geistes tröstend und helfend. In Zeiten in denen unser Leben einem Lockdown gleicht, da ist uns zugesagt: Gott ist mit uns. Gott zeigt sich mit der Kraft des Heiligen Geistes. Zu erleben, dass Mauern fallen, dass sich neue Wege auftun, dass Türen sich öffnen, dass Unmögliches möglich wird, dass aus einem Ende ein Neubeginn wird – das erleben die Freunde und Freundinnen Jesu in feurigen Zungen, in Brausen und Tosen. Was soll das werden, was hat das zu bedeuten – fragen die Leute nachdem die Jünger erfüllt von heiligem Geist Gottes Taten verkündigten (Apg 2,12). Was das wird? Was das zu bedeuten hat? Wir werden es sehen. Haltet die Augen offen, denn die heilige Geistkraft Gottes überrascht dort, wo wir sie nicht erwarten. Vielleicht, wenn wir uns eingeschlossen haben. Wenn wir verzagen. Wenn wir zweifeln. Wenn wir nicht mehr klar sehen. Vielleicht wenn wir uns im Aktionismus befinden. Sie handelt nicht nach unseren Maßstäben. Sondern nach göttlichen. Lasst euch überraschen!

Gottesdienst vor Ort

Viele waren unsicher. Sollen wir unter diesen Umständen zum Gottesdienst in der Kirche kommen? Wird das den Vorstellungen gerecht, die wir von Gottesdienst und Zusammenkommen haben? Können wir so „Gemeinde leben“ mit all den neuen Regeln und so viel Abstand? Der Gottesdienst und unser Zusammensein am Sonntag, 24.5., war etwas ganz Besonderes. Nach den vielen Wochen wieder gemeinsam in der Kirche Gottesdienst zu feiern war, obwohl wir so wenige waren, doch sehr wohltuend. Ja, es ist herausfordernd sich auf die neuen Voraussetzungen einzulassen. Ja es ist nicht wie vorher und es fehlt immer noch so viel. Aber es ist doch ein besonderer Ausdruck des Glaubens zusammen zu kommen, Gott zu loben, Anliegen zu teilen, auf Gott und aufeinander zu hören. Wir haben nicht gesungen, sondern der Musik gelauscht und mitgesummt. Wir haben in der Zeit der Gemeinschaft intensiv Erlebnisse, Anliegen und Bitten geteilt. Was mich sehr traurig stimmt ist, dass wir gerade keine Möglichkeit haben, die Kinderkirche stattfinden zu lassen. Es gibt hier manche Pläne und Überlegungen, die Kinder in den nächsten Wochen dennoch zu begleiten. In den Online-Sofagottesdiensten ist es möglich mit Kindern teilzunehmen. Natürlich dürfen Kinder auch vor Ort dabei sein, wenn die Eltern mit ihren Kindern gemeinsam kommen und die Schutzmaßnahmen einhalten.

Wir freuen uns auf weitere Begegnungen online oder vor Ort, am Telefon oder per Mail. Und ich lade noch einmal herzlich dazu ein, sich zu den kommenden Vor-Ort-Gottesdiensten und anderen Angeboten anzumelden und teilzunehmen.

Anmeldung im Pastorat: telefonisch oder per Mail

Wiederaufnahme von Gemeindeleben vor Ort

Wiederaufnahme von Gemeindeleben vor Ort – in reduzierter Form

Der Gemeindevorstand hat am vergangen Mittwoch beschlossen, wie wir in den nächsten 6 Wochen als Gemeinde unterwegs sein werden.

Wir werden in den nächsten 6 Wochen abwechselnd Online-Sofagottesdienst und Vor-Ort-Gottesdienst feiern. Beide Gottesdienstformen haben Vor- und Nachteile, beide Formen sind nicht mit unseren gewohnten Gottesdiensten zu vergleichen. Es wird auch vor Ort alles sehr anders und ungewohnt sein! In den nächsten Wochen werden die beiden Gottesdienstformen jeweils um 10.30 beginnen. Für den Gottesdienst vor Ort ist einiges zu beachten. Bitte lest euch die Hinweise aufmerksam durch.

Was beim „Vor-Ort-Gottesdienst“ zu beachten ist:

  • Gottesdienstbesuch ist nur mit Anmeldung bis Freitag 12 Uhr vor dem jeweiligen Gottesdienst möglich. Telefonisch: 06221-413745 oder per Mail: gemeinde.heidelberg@emk.de
  • Die Teilnahme ist auf 16 Personen beschränkt.
  • Mindestens zum Hereinkommen und Herausgehen ist ein Mundschutz zu tragen, der selbst mitgebracht werden soll.
  • Es sind zwei Meter Abstand einzuhalten, sowohl vor und nach, als auch während des Gottesdienstes. Ausgenommen hiervon sind Personen aus dem gleichen Haushalt.
  • Auf Hand geben und andere Berührungen wird verzichtet.
  • Wer die Kirche betritt muss sich die Hände desinfizieren.
  • Der Gottesdienst dauert etwa 45 min, von 10.30-11.15 Uhr.
  • Alle Anwesenden müssen mit Name und Adresse in eine Liste eingetragen werden, die 21 Tage aufgehoben wird.
  • Wir müssen Menschen bereitstellen, die als Ordner_innen, die Liste führen und auf Einhaltung der Schutzmaßnahmen achten. Das ist nicht angenehm, aber Pflicht. Bitte habt Verständnis dafür und nehmt ggf. die Hinweise freundlich an.
  • Nach dem Gottesdienst wird die Kirche möglichst zügig verlassen. Auch vor der Kirche darf sich keine Menschenansammlung entwickeln.
  • Kollekte wird am Ausgang in ein Körbchen gelegt.
  • Jede und jeder muss in Eigenverantwortung entscheiden, das Ansteckungsrisiko, das trotz aller Hygienemaßnahmen besteht, einzugehen.
  • Jede und jeder, der / die erfolgreich angemeldet ist, darf grundsätzlich am Gottesdienst teilnehmen. Das ist aber ausdrücklich keine Erwartung. Wer auch immer sich dabei nicht wohl fühlt oder Sorge hat, bleibt natürlich Teil der Gemeinde, bleibt aber bitte zu Hause. Das gilt für alle, unabhängig davon, ob sich jemand einer Risikogruppe zugehörig fühlt.

Gottesdienst im Online-Meeting

Am Sonntag, 3. Mai, feierten einige aus unserer Gemeinde einen gemeinsamen Gottesdienst. Getroffen haben wir uns im Online-Meeting und haben uns ausgetauscht, Bibel gelesen und miteinander gebetet. Es war schön, so Verbundenheit miteinander zu spüren.

Natürlich bleibt die Hoffnung, dass wir bald wieder in der Kirche am Markt miteinander Gottesdienst feiern können. Aber doch war so eine Gemeinschaft möglich. Es hat gut getan einander zu sehen, zu hören und zusammen zu sein.

Hoffnung

Ich habe Hoffnung.

Ich habe Hoffnung fast unerschütterlich
Ja weiß ich doch, dass sie trägt mich
Es ist nicht übertrieben wenn ich sage
Ich freue mich über das Leben, das ich habe
Über Familie, keine Frage
Über Berufung, denn ich bin bereit
Ich habe Hoffnung, dass die Versorgung bleibt
Hoffe bald wieder zu Menschen zu gehen
Und vieles mehr an Gutem zu sehen
Gerne würde ich diese Hoffnung von mir
Nutzen wie Geschenkpapier
Alles darin einwickeln, um sie wirklich zu empfinden
Voller Vorfreude reißen und die Schnüre aufbinden
Oder aber ganz vorsichtig zu lösen die Klebestreifen
Und nicht aufzureißen
Sondern sie wiederzuverwenden
Um sie weiter zu verschenken
Um in der Hoffnung viele Sachen
Ja um das Beste einzupacken
und sie dann weiterzuschenken
Die Hoffnung, die nicht alle denken

Gott, lass mich in deiner Hoffnung tränken
Gott, lass mich deine Hoffnung hier
Weiterschenken, schenk mir viel Papier
Damit ich sie nicht verlier‘
Im herausfordernden Alltags-Corona-Gewirr
Mit Überladung und Einsamkeit
Mit Überforderung und Unsicherheit
Mit Verlust und manchem Frust
Dass nicht Wut entsteht
Oder nur Genervtsein mich dreht

Sondern dass wir an all die denken,
die ihr Leben sehr beschränken
die hungern und in Lagern warten
dass nun von uns endlich folgen Taten
an die, die große Ängste haben und leben mit vielen Fragen
die Gewalt und Misshandlung müssen ertragen
an die, die leben auf zu engem Raum
und deren Tage sich anfühlen wie ein Albtraum
an die, die Einsam sind oder sogar liegen im Sterben
wie kann für sie wieder Hoffnung werden?

Gott, ich wünsche mir von dir
Große Bögen Geschenkpapier

HOFFNUNG

Bereit, sie vorsichtig, bedacht zu verwenden
Naja oder sie doch etwas verschwenden
Ich werde nicht reißen, das verspreche ich dir
Ich werde ganz vorsichtig Papier für Papier
Nehmen mir und verteilen hier.