Sommer-Bibellese 25.8.2019

Psalm 101 (Basisbibel)

Grundlagen einer guten Politik

1 MIT DAVID VERBUNDEN, EIN PSALM.
Von Gnade und Recht will ich singen!
Für dich, HERR, musiziere ich!
2 Ich will einen vorbildlichen Weg gehen.
Wann kommst du zu mir?
Ich will mich so in meinem Haus bewegen,
wie es mein ehrliches Herz verlangt.
3 Ich fasse keine Vorhaben ins Auge,
die Verderben mit sich bringen.
Ich hasse es, wenn Gebote übertreten werden.
Damit will ich nichts zu tun haben.
4 Verkehrte Gedanken lasse ich nicht zu.
Böses kommt mir gar nicht in den Sinn.
5 Wer seinen Freund heimlich verleumdet,
den bringe ich zum Schweigen.
Wer stolz dreinblickt und überheblich ist,
den kann ich wirklich nicht ertragen.
6 Meine Augen suchen die Treuen im Land.
Sie sollen in meiner Nähe wohnen.
Wer einen vorbildlichen Weg einschlägt,
den will ich in meinen Dienst stellen.
7 Doch wer betrügerisch handelt,
den dulde ich nicht in meinem Haus.
Und wer sich aufs Lügen verlegt,
darf mir nicht unter die Augen treten.
8 Alle Frevler, die es im Land noch gibt,
bringe ich jeden Morgen zum Schweigen.
So sollen alle Übeltäter entfernt werden –
aus der Stadt, die dem HERRN gehört.

Wieviele Menschen träumen von gerechten und gütigen Regierungen. Wie wäre die Welt, wenn bei den Mächtigen nicht Macht, Egoismus, Geltungsbedürfnis, Arroganz, Karrieresucht handlungsführend wären, sondern Liebe, Gande, Güte, Recht, Wahrnehmen der Menschen, Treue und Vollkommenheit.

Natürlich kann ich nicht einfach mit dem Finger auf andere zeigen und fordern: Macht das besser. Natürlich ist es einfacher bei den anderen Fehler aufzudecken und nicht bei mir anzufangen. Dieser Psalm aber spricht die Politik, den König und seinen Regierungsapparat an. Es ist die Hoffnung, aber auch Erwartung an eine gute Regierung formuliert.

Die Grundlage einer guten Politik, in Israel ging es um den König und seinen Regierungsapparat, ist dass alle gemeinsam nach Gottes Willen handeln und die Tora als Grundlage sehen. Ungerechtigkeit soll bekämpft werden.

Ja wie sähe unsere Welt aus, wenn diese Grundlagen einer guten Politik beachtet würden.

 

Lasst uns beten zu Gott, durch den wir in Christus das Leben haben:

Für die Mächtigen in der Welt: dass ihre Entscheidungen Leben bewahren, dass sie kein Volk und keinen Menschen unterdrücken und ausbeuten, sondern dem Wohl und dem Frieden der Menschen dienen, lasst uns beten: Erbarme dich Gott. (Auszug aus dem Gesangbuch der Evangelisch-methodistischen Kirche, Stuttgart, 2002, Fürbitte Nr. 761)

 

Damaris Hecker

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Sommer-Bibellese 24.8.2019

Auf der Internetseite https://www.ichbetefuermeinekirche.de/ werden regelmäßig kurze Impulse und Gebetsanliegen aus unserer Kirche formuliert. Heute laden wir dazu ein auf die Internetseite zu gehen…

https://www.ichbetefuermeinekirche.de/

…den Impuls zu dem Bibelvers zu lesen und in Verbundenheit mit anderen Methodisten zu beten.

 

Sommer-Bibellese 23.8.2019

Mt 8, 23 – 27

Im Sturm auf die Probe gestellt

  1. Und er stieg in das Boot und seine Jünger folgten ihm.
  2. Und siehe, da erhob sich ein gewaltiger Sturm auf dem See, so dass auch das Boot von Wellen zugedeckt wurde. Er aber schlief.
  3. Und sie traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf, wir kommen um.
  4. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seit ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohte den Wind und das Meer. Da wurde es ganz still.
  5. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind?

 

Die Jünger steigen mit Jesus zusammen ins Boot, alles ist in Ordnung, Jesus ist erschöpft, er schläft ein. Unvorhergesehen bricht ein gewaltiger Sturm über sie herein, die erfahrenen Männer arbeiten, versuchen alles in ihren Kräften stehende zu tun. Sie sehen, sie schaffen es nicht, ihre letzte Stunde hat geschlagen. Sie werden nervös, sie verlieren die Fassung, sie haben Todesangst.

Jesus schläft, er scheint keinerlei Anteil an dem Ergehen seiner Jünger zu nehmen. Er war erschöpft, aber spricht das nicht auch von einem absoluten Vertrauen seinem Vater gegenüber – “egal wie du es machst, ich bin in deiner Hand!“

Jesus schläft –  sie müssen ihn wecken, sie schreien: Herr, hilf, wir kommen um.

Gemeinde Jesu hat in diesem Bericht immer zweierlei gesehen: zunächst einen Bericht von realistischen äußerlichen Vorgängen, sodann aber auch einen typischen Vorgang, der die geistliche Situation der Jüngerschaft, der Kirche, anschaulich macht. (G. Maier)

Haben oder hatten wir nicht auch schon Situationen in unserem Leben, wo wir dachten, Jesus schläft, er hört uns nicht?? Gerade wenn unvorhergesehene Dinge über uns hereinbrechen, wie gehen wir damit um? Verlieren wir auch die Fassung, weil wir glauben, wir sind allein gelassen und den Dingen oder Menschen ausgeliefert? Muss Jesus uns auch als erstes die Glaubensfrage stellen?

Bevor Jesus aufsteht, stellt er den Jüngern die Glaubensfrage, er tadelt sie nicht, dass sie ihn geweckt haben, er fragt, wo ist euer Glaube, euer Vertrauen, warum hat ihr Angst? Was erwartet Jesus hier von seinen Jüngern? Jesus weiß auch, dass seine Jünger in der Welt Angst haben, das sagt er selbst in   Joh 16,33.  Er fragt sich, haben die Jünger immer noch nicht begriffen, dass Gott, der Vater,  der Allmächtige ist, der sämtliche Elemente in seiner Hand hat. Jesus erwartet, dass unser Vertrauen zu ihm und seinem Vater so groß ist, das wir die Angst überwinden und ihm ganz und gar vertrauen. Die Jünger meinen Wind und Wellen würden über ihr Leben bestimmen.  Zu oft verlieren auch wir aus den Augen, dass echter Glaube weiß, nicht Menschen, Situationen oder Naturgewalten verfügen über uns, sondern ganz alleine Gott!

Jesus gebietet dem Sturm und es wird still. Das muss unbeschreiblich gewesen sein. Die Menschen sind sprachlos, versuchen nicht das Geschehen zu analysieren, nein sie dringen zum Eigentlichen, zu der Person vor. Wer ist das, dem Meer und Wind gehorsam sind?

Barbara Ludwig

Sommer-Bibellese 22.8.2019

Matthäus 8,18-22 (Basisbibel)

Sich ganz auf Jesus einlassen

18 Jesus sah, wie groß die Volksmenge um ihn herum war. Deshalb befahl er seinen Jüngern: »Lasst uns wegfahren auf die andere Seite des Sees.« 19 Doch da kam ein Schriftgelehrter und sagte zu ihm: »Lehrer, ich will dir folgen, wohin du auch gehst!« 20 Jesus antwortete ihm: »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel haben ihr Nest. Aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sich ausruhen kann.« 21 Ein anderer, einer von den Jüngern, sagte zu ihm: »Herr, erlaube mir, zuerst noch einmal nach Hause zu gehen und meinen Vater zu begraben.« 22 Aber Jesus antwortete ihm: »Folge mir! Und überlass es den Toten, ihre Toten zu begraben!«

 

Ich nehme heute vier Gedanken im Besonderen mit:

  1. Jesus nachfolgen ist kein „easy winner“ und wir sollten es auch nicht zu einfach nehmen. Immer wieder müssen wir Fragen, wie wir Jesus nachfolgen, was braucht es.
  2. Ich möchte wieder einmal darüber nachdenken, wie ich in meinem Leben mit meinem Reichtum, meinen Gütern und meinen Privilegien umgehe und danach fragen: Jesus, was soll ich tun?
  3. Bin ich bereit Vergangenes, für mich Wichtiges und Liebgewonnenes hinter mich zu lassen und mich ganz auf Jesus einzulassen?
  4. Ich bin herausgefordert im Kontakt mit Jesus zu erfahren, wie ich heute Nachfolge gestalten kann und soll.

Vielleicht begleiten auch Sie und euch diese Fragen bewusst durch den Tag:

Wie kann ich Nachfolge heute gestalten, was lasse ich hinter mich, was gebe ich ab, um wahres Leben zu erhalten.

 

von Damaris Hecker

Sommer-Bibellese 21.8.2019

39 Als sie aber aus dem Wasser heraufgestiegen waren, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; denn er zog fröhlich seines Weges. (1. Könige 18.12)

Welch überraschendes Ende, oder? Nachdem Philippus den Kämmerer gelehrt und getauft hat – verschwindet er. Er überlässt ihn seinem Schicksal… scheinbar. Dabei ist doch der Kämmerer von nun an nicht mehr „der Andere“ sondern Glied der christlichen Gemeinschaft. Er ist in der bestmöglichen Begleitung – der Gottes! Dessen ist er sich nun bewusst. Und er darf seinen Glauben weitertragen und weitergeben in dem Rahmen, den er kennt. In seinem Alltag mit seinen Umgangsformen, seinen Eigenheiten und seinen Besonderheiten wie nur ein Alltag am Hause der Königin von Äthiopien sie haben kann. Davon hat Philippus aber keine Ahnung und daher ist es gut den Kämmerer getrost Gottes Fürsorge zu überlassen. Gott hat so sehr dafür gesorgt, dass Philippus zum richtigen Moment am richtigen Ort war um mit dem Kämmerer zu sprechen – er wird auch weiterhin bei ihm sein. Darauf dürfen wir getrost vertrauen!

Es hat mich lange beschäftigt, dass Philippus so einfach aus dem Leben des Kämmerers verschwindet. Und irgendwann dachte ich mir, es wäre ein Segen wenn wir alle dies in gewisser Weise tun könnten. Nicht so verschwinden wie Philippus, nein. Aber uns zurücknehmen und den anderen Menschen seinen Glauben selbst in seinen persönlichen Alltag einfügen lassen. Im Hintergrund bereit stehen für Fragen, aber unsere Antworten nicht unaufgefordert wie Verhaltensanweisungen in den Raum stellen. Dann würde unser Glaube in all seinen Facetten lebbar und dadurch auch erfahrbar werden können. Denn seien wir mal ehrlich: nicht wir in unserer sicheren westlichen Welt und unserer langen christlichen Tradition sind die Mehrheit der Christenheit. Nein. Vielmehr würde es uns gut anstehen aus den „Schwellen- und Entwicklungsländern“ dieser Welt, in denen oft eine große christliche Gemeinde lebt, Glaubensgeschichten und –bekenntnisse zu hören und zu erfahren wie unvorstellbar groß Gottes Wirken mit uns Menschen ist. Unabhängig von Äußerlichkeiten und Gesellschaftsformen. Wie in unserer Geschichte könnten dann zwei grundverschiedene Menschen aufeinandertreffen und es würde ein fruchtbares Gespräch über den Glauben daraus entstehen können, welches vielleicht irgendwann in einer Taufe oder Gliederaufnahme mündet.

Britta Gruhlke

Sommer-Bibellese 20.8.2019

In Matthäus 28, 19-20 steht:
„Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Dieser Missionsbefehl gibt recht konkrete Handlungshinweise. Hingehen – taufen – lehren … wobei die Reihenfolge von Taufe und Lehre wohl heute sinnvollerweise umgekehrt wird bzw. die Lehre immer weiter geht – vor und nach der Taufe. Doch wie wurde dieser Befehl Jeus umgesetzt von seinen Jüngern?
Nach einigem Nachdenken kam mir ein Text mit einem konkreten Beispiel dazu in den Sinn. So möchte ich uns heute mitnehmen zu Philippus, dem auf seiner Reise zur Verkündigung des Evangeliums durchaus seine persönlichen Reisepläne durchkreuzt wurden – zum Guten wie sich zeigen wird.
Ich lese zunächst die von mir ausgesuchte Textstelle dazu. Es handelt sich um den Text in der Apostelgeschichte 8, 26-40.

Philippus und der Kämmerer aus Äthiopien

26 Ein Engel des Herrn aber redete zu Philippus und sprach: Steh auf und wandere nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt; diese ist einsam. 27 Und er stand auf und machte sich auf den Weg. Und siehe, ein Äthiopier, ein Kämmerer und Gewaltiger Kandaces, der Königin der Äthiopier, welcher über ihren ganzen Schatz gesetzt war, der war gekommen, um in Jerusalem anzubeten; 28 und nun kehrte er zurück und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. 29 Da sprach der Geist zu Philippus: Geh hinzu und halte dich zu diesem Wagen! 30 Da lief Philippus hinzu und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen; und er sprach: Verstehst du auch, was du liesest? 31 Er aber sprach: Wie kann ich es, wenn niemand mich anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen. 32 Die Schriftstelle aber, die er las, war diese: «Wie ein Schaf ward er zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm vor seinem Scherer stumm ist, so tut er seinen Mund nicht auf. 33 In seiner Erniedrigung ward sein Gericht aufgehoben. Wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen!» 34 Da wandte sich der Kämmerer an Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet solches? Von sich selbst oder von einem andern? 35 Da tat Philippus seinen Mund auf und hob an mit dieser Schriftstelle und verkündigte ihm das Evangelium von Jesus. 36 Als sie aber des Weges dahinzogen, kamen sie zu einem Wasser, und der Kämmerer spricht: Siehe, hier ist Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden? 37 Da sprach Philippus: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so ist es erlaubt. Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist! (Matthäus 16.16) 38 Und er hieß den Wagen anhalten, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn. 39 Als sie aber aus dem Wasser heraufgestiegen waren, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; denn er zog fröhlich seines Weges. (1. Könige 18.12)

Ich möchte den Text noch einmal näher betrachten.
Philippus und der Kämmerer aus Äthiopien so lautet die Überschrift. Es geht also um zwei Männer. Der eine, Philippus ist auf dem Weg zurück von Samarien (dies entspricht heute einem Teil des Westjordanlandes) in Richtung Jerusalem. Er befindet sich also aus heutiger Sicht nicht weit entfernt von seiner Heimat. Ganz anders der Kämmerer. Er kommt aus Äthiopien einem Land in Nord-Ost-Afrika. In Schwarzafrika.

26 Ein Engel des Herrn aber redete zu Philippus und sprach: Steh auf und wandere nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt; diese ist einsam. 27 Und er stand auf und machte sich auf den Weg.

Wie unglaublich ist das denn? Philippus geht einfach. Er stellt keine Fragen. Er unterbricht seinen Auftrag das Evangelium zu predigen – weswegen er doch unterwegs ist! Wäre aber das nicht viel, viel wichtiger? Wer von uns würde ohne Murren, ohne Nachfragen gehen?
Und siehe, ein Äthiopier, ein Kämmerer und Gewaltiger Kandaces, der Königin der Äthiopier, welcher über ihren ganzen Schatz gesetzt war, der war gekommen, um in Jerusalem anzubeten; 28 und nun kehrte er zurück und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja.
Wofür bekommen wir so viele Informationen über diesen Menschen? Wer ist dieser Mann, dieser Kämmerer? Er ist anders! Das steht fest. Er sieht fremd aus, ungewohnt dunkel, selbst in einer Weltstadt wie Jerusalem muss er auffallen. Er ist hoher Beamter der äthiopischen Königin – und diese sind damals Eunuchen. Also ist er in einer weiteren Hinsicht anders. Er ist nicht rein! Er darf daher nicht zur jüdischen Gemeinde gehören. Und obwohl er nicht zur Gemeinde gehören darf, ist er zum Glauben gekommen (oder ist zumindest am jüdischen Glauben interessiert) – und scheut den weiten Weg nicht um Gott im Tempel anzubeten. Er hat Geld – sonst könnte er diese Reise gar nicht tun. Und er ist gebildet, denn er kann lesen. Und das in einer Fremdsprache! Auch erfahren wir, dass dieser Mann auf dem Rückweg ist. Er hatte gerade sein Pilgerziel erreicht und nun hinter sich gelassen. Sollte er nicht gestärkt in seinem Glauben sein? Voll Zuversicht?

29 Da sprach der Geist zu Philippus: Geh hinzu und halte dich zu diesem Wagen! 30 Da lief Philippus hinzu und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen; und er sprach: Verstehst du auch, was du liesest? 31

Was für eine dreiste Frage. Philippus kennt diesen Menschen nicht, sieht nur seine Ehrfurcht gebietende Erscheinung und nimmt sich die Frechheit heraus eine so provokante Frage zu stellen. Das könnte böse enden.
Er aber sprach: Wie kann ich es, wenn niemand mich anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.
Volltreffer! Der Kämmerer versteht das Gelesene nicht und gibt dies durch seine Rückfrage zu. Statt Philippus für seine Dreistigkeit zu strafen, fordert er ihn im Gegenteil auf sich zu ihm zu setzen und ihm den Text zu erläutern.

32 Die Schriftstelle aber, die er las, war diese: «Wie ein Schaf ward er zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm vor seinem Scherer stumm ist, so tut er seinen Mund nicht auf. 33 In seiner Erniedrigung ward sein Gericht aufgehoben. Wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen!» 34 Da wandte sich der Kämmerer an Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet solches? Von sich selbst oder von einem andern?

Also ich bräuchte dafür auch Hilfe. Dieser Text ist schwer. Das ist kein einfacher Text für Glaubensneulinge oder Menschen, die bis dahin wenig in der Schrift gelesen haben. Philippus hat es hier mit einem Mann zu tun, der sich schon mit dem Glauben beschäftigt hat, der bereits Grundkenntnisse besitzt. Dieser Mann stellt die richtigen Fragen! Er fragt vom wem hier die Rede ist. Damit fordert er Philippus heraus den Text auszulegen, zu erläutern.

35 Da tat Philippus seinen Mund auf und hob an mit dieser Schriftstelle und verkündigte ihm das Evangelium von Jesus.

Philippus tut genau das, worum er vom Kämmerer gebeten wird und was im Missionsbefehl steht! Er lehrt! Er lacht nicht über die Unwissenheit des Kämmerers. Er nimmt ihn und seine Fragen ernst, stellt sich diesen.

36 Als sie aber des Weges dahinzogen, kamen sie zu einem Wasser, und der Kämmerer spricht: Siehe, hier ist Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden? 37 Da sprach Philippus: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so ist es erlaubt. Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist! (Matthäus 16.16)

Wie einfach doch die Antwort Philippus ist. Keine Diskussion um den Ritus, das Wie, die Zeugen der Taufe – nein. „Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so ist es erlaubt.“ antwortet er. Und doch ist seine Antwort nur scheinbar einfach, beinhaltet sie doch die tiefgehende und grundsätzliche Frage nach dem Glauben! Und so antwortet der Kämmerer auch direkt darauf.

38 Und er hieß den Wagen anhalten, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn.

Auch hier handelt Philippus genau wie im Missionsbefehl ausgedrückt! Nach der Lehre über den Glauben steht nun die Taufe. Und das tut er. Er tauft den Kämmerer! Und das geht ganz unkompliziert. Alles was er braucht ist ja da: Er der Gläubige, der zum Glauben gekommene Kämmerer und das Wasser.

Britta Gruhlke

Sommer-Bibellese 19.8.2019

Matthäus 8, 1 – 4

Die Heilung eines Aussätzigen

1 Als er aber vom Berge herabging, folgte ihm eine große Menge.

2 Und siehe, ein Aussätziger kam heran und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen.

3 Und Jesus streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will’s tun; sei rein! Und sogleich wurde er von seinem Aussatz rein.

4 Und Jesus sprach zu ihm: Sieh zu, sage es niemandem, sondern geh hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017

 

“Wasser auf der Haut ist toll. Es fühlt sich gut an, wenn die Sonne auf meine Haut scheint, aber mit Sonnencreme wird es so schmierig, das mag ich nicht. Sonnenbrand brennt und Schnakenstiche auch. Meine Mutter hat was zum Duschen mit Steinchen drin, das reinigt die Haut. Schwitzen ist voll unangenehm, warmer Wind auf der Haut fühlt sich gut an.”

Im Sommer ist die Haut besonders spürbar, davon erzählen die Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht der dritten Klasse. Haut ist auch verletzlich. Alle Kinder zeigen ihre Kratzer und Schrammen, ein Schüler hat eine Verbrennungswunde, die er sich bei einem Fahrradunfall zuzog und eine Schülerin berichtet vom Jucken ihrer Hautallergie. Haut geht nahe.

Aussatz ist als eine sich ausbreitende und ansteckende Krankheit für den Aussätzigen lebensbedrohlich und schließt ihn aus dem sozialen Leben aus. In Levitikus 13 wird die Feststellung von Aussatz in 46 Versen detailliert beschrieben, so auch in Vers 3:

3 Und wenn der Priester die Stelle an der Haut sieht, dass die Haare dort weiß geworden sind und die Stelle tiefer ist als die übrige Haut, so ist es Aussatz. Wenn der Preister das an ihm sieht, soll er ihn für unrein erklären.

Mit Standbildern verdeutlichen die Schülerinnen und Schüler die heilende Begegnung: Wie der Aussätzige niederfällt  – wie Jesus die Hand ausstreckt und ihn anrührt – wie er rein wird.

Was für eine heilende Kraft, mit der Jesus berührt und spricht “Sei rein!”.

von Susanne Ziegler

19.08. Bild