Konzert in der Kirche am Markt 2.10.

Charlotte Campbell Plakat

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Fischerfest

Dankbar schauen wir auf ein zwar verregnetes, aber tolles Fischerfest. Dankbar für all die motivierten, engagierten, fröhlichen und tollen Mitarbeitenden unserer Gemeinde und des una tierra Ladens! Es war schön!

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Fischerfest mit Ausstellung

Unser Stadtteilfest, das Fischerfest naht. Ab Samstag Nachmittag (7. September) bis Sonntag Nachmittag sind wir als Kirche am Markt dabei. Auch in diesem Jahr bieten wir ein Abwechlungsreiches Angebot an:

Das Bibelerzählzelt mit Puppentheater

Kuchen-, Kaffee- und Getränkeverkauf

Am Methofaktur-Stand gibt es Selbstgemachtes aus unserer Gemeinde Marmeladen, Kräutersalze, Brotbeutel, Etagèren, …

Musik unserer Band, Kinderspiele und Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein.

Ein besonderes Highlight ist in diesem Jahr die Ausstellung in der Kirche. Kalligraphien von Maya Huber regen zum Schauen, Lesen und Nachdenken an. (http://www.calligraphics.de/)

Wir freuen uns auf die Begegnungen und Gespräche!

Konzert in der Kirche am Markt: Charlotte Campbell 2. Oktober 2019

Durch ihre Fernsehauftritte bei ARD/ZDF im letzten Jahr ist die Singer-Songwriterin Charlotte Campbell aus London einem Millionen-Publikum in Deutschland bekannt. Als eine nicht mehr wegzudenkende Größe in der Londoner Street Performer Szene begeistert die junge Britin Einheimische wie Touristen gleichermaßen.

Nur selten ist sie in Deutschland live zu sehen, doch nach einem grandiosen Kirchenkonzert im Herbst letzten Jahres im kleinen Örtchen Daxweiler, als sie die Kirche mit 300 Plätzen in wenigen Tagen ausverkaufte, kommt sie nun im Herbst 2019 nach Deutschland auf große „Take me to Church“ – Tour Germany 2019 mit Auftritten in Daxweiler, Mannheim, Darmstadt, Karlsruhe, Frankfurt, Heidelberg und Köln. In Heidelberg spielt sie bei uns in Neuenheim in der Evangelisch-methodistischen Kirche am Mittwoch, 2. Oktober um 20:00 Uhr.

Charlotte spielt auf „Eintritt frei- Spenden erbeten“ Basis. Also nutzen Sie Ihre Chance und kommen mit Familie und Freunden, um einen himmlischen Abend mit Charlotte Campbell live zu erleben.

Sommer-Bibellese 31.8.2019

Mt 9,35-38

35 Jesus zog durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden. 36 Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. 37 Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. 38 Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!

 V.35 stimmt interessanterweise fast wörtlich mit Mt 4,23 überein: „Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.“ Warum diese fast wortwörtliche Übereinstimmung? Kap. 4 beginnt damit, Jesus als den Messias darzustellen, und zwar in Wort (v.a. Bergpredigt) und Tat (v.a. Heilungen). Kap. 9 beendet diese erste Darstellung Jesu mit denselben Worten wie das Kap. 4 begonnen hat, lediglich ‚Galiläa‘ wurde mit ‚alle Städte und Dörfer‘ ersetzt, um den universalen Anspruch Jesu zu unterstreichen. Mt 4,23 und 9,35 bilden also eine Klammer und fassen das wichtigste von Jesu Tätigkeit zusammen: Lehren, verkünden, heilen. Hinzu kommt nun etwas sehr Seltenes: die Erwähnung eines Gefühls Jesu. Jesus hat Mitleid mit den Menschen. Im griechischen Wort für ‚Mitleid haben‘ steckt das Wort ‚Organ‘ oder ‚Gedärm‘ drin. Mitleid zu empfinden heißt, dass an den Organen gerührt wird, dass man einen Schmerz im Gedärm verspürt. Mitleid wird nicht im Kopf verortet, sondern in der Bauchgegend und letztlich kann die Bewegung der Innereien eine solche Wirkung haben, dass sie zu einer Bewegung der Hände und Füße wird, daraus also eine helfende Tat entsteht. Gefühle wie Mitleid zu haben galt in der Antike schwächlich oder weibisch, teilweise ist es ja auch heute noch so. Manchmal wird ja auch von Gott gesagt, dass er über den Gefühlen steht: er ist a-pathisch, gefühl-los, leidensunfähig. Denn was ist das für ein Gott, der mal heiter, mal traurig ist, mal euphorisch, mal ängstlich? Nein, Gott ist unveränderlich, also auch seine Laune!, sagt man. Aber wie verträgt sich das mit der Aussage ‚Gott ist Liebe‘? Gibt es gefühllose Liebe? Apathische Hingabe? Kühle Zuneigung? Mit welchen Augen sah Gott, der Vater, auf seinen leidenden Sohn hinab? Konnte er ‚drüberstehen‘? Wie fühlte sich wohl die Sohneslosigkeit des Vaters am Karsamstag an? Und ist es nicht auffällig, dass vom Vater im Gleichnis vom verlorenen Sohn folgendes gesagt wird, als der reuige Filius nach Hause kommt: „Der Vater sah ihn schon von weitem, und er hatte Mitleid mit ihm.“ (Lk 15,20) Der Vater steht in der Geschichte für Gott, und zwar für einen mitleiderfüllten und zugleich feierwilligen Gott („wir wollen essen und fröhlich sein“, Lk 15,23). Auch Jesus hat in unserem Text Mitleid mit dem Volk: „Denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ (V.36) Sowohl, dass Jesus Mitleid hat, als auch die Bezeichnung Israels als irrende Schafe kennzeichnet Jesus als wahren Sohn Gottes, denn er fühlt wie Gott fühlt: In Hesekiel 34 finden wir eine lange Rede Gottes an die schlechten Hirten Israels (V.2.5): „Weh den Hirten Israels, die nur sich selbst weiden. (…) Und weil sie keinen Hirten hatten, zerstreuten sich meine Schafe und wurden eine Beute der wilden Tiere.“ Doch was tut Gott? „Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und mich selber um sie kümmern.“ (V.11) Die Sammlung von Gottes Schafen hat an Pfingsten begonnen: Gott will alle seine Schafe in eine große Herde sammeln. Dafür braucht es aber Arbeiter: „Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!“ (Mt 9,38)

Thomas Stil

Sommer-Bibellese 30.8.2019

Mt 9,27-34

27 Als Jesus weiterging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids! 28 Nachdem er ins Haus gegangen war, kamen die Blinden zu ihm. Und Jesus sagte zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich dies tun kann? Sie antworteten: Ja, Herr. 29 Darauf berührte er ihre Augen und sagte: Wie ihr geglaubt habt, so soll euch geschehen. 30 Da wurden ihre Augen geöffnet. Jesus aber wies sie streng an: Nehmt euch in Acht! Niemand darf es erfahren. 31 Doch sie gingen weg und erzählten von ihm in der ganzen Gegend. 32 Als sie gegangen waren, siehe, da brachte man einen Stummen zu ihm, der von einem Dämon besessen war. 33 Er trieb den Dämon aus und der Stumme konnte reden. Alle Leute staunten und sagten: So etwas ist in Israel noch nie gesehen worden. 34 Die Pharisäer aber sagten: Mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.

Dass die Heilung von Blinden und die Heilung eines Taubstummen hintereinander erzählt wird, ist kein Zufall: Bereits im Buch Jesaja stehen Blinde und Stumme nebeneinander. In Jes 35, wo die Verheißung des messianischen Heils ausgesprochen wird, heißt es in V.5: „Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, / auch die Ohren der Tauben sind wieder offen.“ Wenn also Blinde sehen und Taube wieder hören, dann ist das ein Zeichen, dass das messianische Heil angebrochen ist. Das wird der kundige jüdische Hörer des Matthäusevangeliums spätestens nach diesen beiden Heilungsgeschichten verstanden haben: Jesus ist der Messias, mit ihm ist das Heil angebrochen! So wird auch die eigenwillige Antwort Jesu an Johannes den Täufer verständlich: Johannes saß im Gefängnis (vgl. Lk 3,19f.), hörte aber einiges von Jesu Taten. So ließ er Jesus durch Gesandte fragen: „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?“ (Lk 7,19) Anstelle direkt zu antworten, sagt Jesus: „Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wird, Lahme gehen, und Aussätzige werden rein; Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet.“ (Lk 7,22) An Jesus erscheinen die Zeichen des messianischen Heils, so ist die Sache für Johannes klar. Dürfen und sollen auch wir mit solchen Zeichen noch rechnen? Muss es in christlichen Kreisen Spontanheilungen von Blinden und Taubstummen geben? Ich würde sagen: Ja und Nein. Ja, solche Zeichen und Wunder kann es auch heute noch geben, denn das messianische Heil ist mit Jesus bereits angebrochen. Aber auch Nein, denn das Heil ist zugleich zukünftig, auf das volle Heil gehen wir erst noch zu. Die Theologie spricht an dieser Stelle vom „eschatologischen Vorbehalt“: Eschatologisch bedeutet ‚die letzten Dinge betreffend‘, womit eben Tod, Auferstehung usw. gemeint ist. Der eschatologische Vorbehalt drückt also aus, dass wir in einem Spannungsverhältnis von schon jetzt und noch nicht leben: Dadurch dürfen wir einerseits den Einbruch des Reiches Gottes schon jetzt erhoffen, z.B. in Form von Spontanheilungen, andererseits können wir diesen Einbruch aber nicht befehlen. Auch wenn also die Kirche Blinde nicht sehend und Taube nicht hörend machen kann, werden interessanterweise z.B. bei der nach römisch-katholischem Ritus gefeierten Taufe der Mund und die Ohren des Täuflings einbezogen: Der Zelebrant berührt nach der eigentlichen Taufe Ohren und Mund und spricht „Effata!“, das bedeutet „Öffne dich“. Auf diese Weise ahmt der Priester zeichenhaft das Wirken Jesu nach, welcher ja ebenso einen Taubstummen mit dem Wort „Effata“ heilte (Mk 7,31-37). Gewiss, es ist ein großes Wunder, wenn ein Taubstummer wieder hören und sprechen kann; aber ist es nicht mindestens ein genauso großes Wunder, wenn jemand in der Lesung der Heiligen Schrift auf einmal das Wort Gottes mit den Ohren zu vernehmen und Jesus als den Messias Gottes mit dem Mund zu bekennen vermag?

Thomas Stil

Sommer-Bibellese 29.8.2019

Mt 9,18-26 (Basisbibel)
Jesus heilt eine Frau und weckt ein Mädchen vom Tod auf

18 Während Jesus mit den Jüngern von Johannes sprach, sieh doch: Da kam einer der Synagogenleiter dazu. Er warf sich vor ihm nieder und sagte: »Meine kleine Tochter ist gerade gestorben. Bitte komm mit und lege ihr deine Hand auf – dann wird sie wieder lebendig.« 19 Jesus stand auf und folgte ihm. Auch seine Jünger kamen mit. 20 Und sieh doch: Da kam eine Frau von hinten an Jesus heran, die seit zwölf Jahren an Blutungen litt. Sie berührte eine Quaste seines Mantels21 Denn sie sagte sich: »Wenn ich nur seinen Mantel berühre, werde ich gesund.« 22 Jesus drehte sich um. Als er sie sah, sagte er: »Fasse Mut, meine Tochter! Dein Glaube hat dich gerettet!« Von diesem Augenblick an war die Frau gesund. 23 Dann kam Jesus in das Haus des Synagogenleiters. Er sah die Flötenspieler und die aufgeregten Menschen. 24 Er sagte: »Geht hinaus! Das Mädchen ist nicht tot, sondern es schläft nur.« Da lachten die Leute ihn aus. 25 Er aber warf die Volksmenge hinaus. Dann ging er hinein zu dem Mädchen und ergriff seine Hand – da stand es auf. 26 Die Nachricht darüber breitete sich in der ganzen Gegend aus.

Als Gemeindevorstand haben wir gemeinsam diesen Text gelesen und Gedanken dazu ausgetauscht. Was für eine Vertrauensgeschichte. Der Synagogenleiter, wie auch die Frau, die an Blutungen litt hatten größtes Vertrauen und den festen Glauben, dass Jesus helfen kann, heilen kann, auferwecken kann. Dinge, die kaum vorstellbar sind, sind möglich bei Jesus.
In diesem Text folgt Jesus der Bitte des Synagogenleiters, wie die Jünger, die er beruft. Jesus stand auf und folgte ihm. Und doch folgt er zunächst nur ein Stück, sein Jünger mit ihm. Dann folgt doch schnell eine Unterbrechung. Was wird er gedacht haben, der Vater, der seine Tochter tot weiß, nicht mit all den anderen im Haus trauert und die Trauerrituale durchführt. Wurde er unsicher, ob er das Richtige tut? Hatte er Geduld und Zeit und in seinem Vertrauen und Glauben unumstößlich? Wir wissen es nicht. Aber wir lernen: Unterbrechungen sind immer möglich. Und doch ist Jesus unterwegs mit dem Vater. Auch heute unterwegs mit uns.
Die blutflüssige Frau hatte sicher eine lange Leidenszeit und Ausgrenzung hinter sich, als eine Frau, die nach jüdischem Glauben unrein war. Sicherlich hatte sie alle schon versucht, um Heilung zu erfahren und nun versucht sie es in großem Vertrauen nocheinmal. Hoffnungsvoll, „wenn ich nur einen Faden seines Mantel berühre, werde ich gesund.“ Ihr Glaube hat sie gerettet.
Manches Mal werden wir die sein, die Jesus unterbrechen, manches Mal werden wir die Wartenden sein.
Kurz bevor ich diese Zeilen schreibe habe ich stillgeborene Kinder begraben. Drei mal im Jahr tragen die Seelsorgerinnen der Frauenklinik und ich bei der Sammelbestattung diese Kinder zu Grabe. Es fällt mir schwer angesichts der Trauer und des Todes diesen Bericht zu lesen. So viele, die nicht auferweckt werden, so viele die nicht leben können. Dann kommt mir doch die Unterbrechung in den Sinn und der Mut, den der Vater hier hatte. Ich weiß auch, dass manches ganz anders gedacht werden muss. Ich weiß, dass Jesus nicht alle zum Leben erweckte. Ich weiß, dass unser Leben endlich und vergänglich ist auf dieser Erde. Dass Jesus über jedes Leben weint und mitleidet mit den Trauernden. Ich glaube, dass wir unterbrochen werden und gerade hier Mut, Vertrauen, Glaube und Hoffnung gesät wird.
Diese Erzählung erinnert uns, dass wir auch ganz anders denken dürfen, dass wir an Situationen auch ganz anders rangehen sollen, als gewohnt. Jesus lässt sich rufen, Jesus folgt, geht mit, lässt sich unterbrechen. – Dazu den Mut aufbringen, Jesus aufzusuchen, zu rufen und auch zu vertrauen, wenn etwas dazwischen kommt, das lernen und einüben, dazu macht dieser Text Mut.

Damaris Hecker