Sommer-Bibellese 14.8.2019

Mt 7, 1 – 6 Vom Richten

  1. Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.
  2. Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.
  3. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge.
  4. Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem ziehen? Und siehe, ein Balken ist in deinem Auge.
  5. Du, Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.
  6. Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen nicht vor die Säue werfen, damit sie sie nicht zertreten mit ihren Füssen und sich umwenden und euch zerreißen.

Wir sind ja schnell dabei über Andere den Kopf zu schütteln, auch wenn wir es nicht laut aussprechen; wir erheben uns über sie und glauben wir sind die Besseren. Unwillkürlich werden wir  an die Geschichte vom “Schalksknecht“ aus Mt.18 erinnert; ein Mann ist total verschuldet, keine Aussicht, dass er jemals die Schulden abtragen kann, und dann erlässt ihm der König sämtliche Schulden – Freiheit, er kommt aus dem Gefängnis und kann wieder leben!! Was passiert, er sieht einen Mann, der ihm einen ganz geringen Betrag schuldet und er fordert ihn unverzüglich ein, und geht mit großer Härte gegen ihn vor. Man fragt sich, wie kann sowas sein, gerade hat er eine Millionenschuld erlassen bekommen.     Und genau so sind wir, Gott hat uns, durch Jesus Tod, alle Schuld erlassen, und wir glauben unsere Geschwister beurteilen und verurteilen zu können. Gott sei Dank ist er wesentlich barmherziger wie wir!! Jesus macht es hier so drastisch klar, den Splitter sehen wir, aber den Balken bei uns nicht. Jesus ist der Balkenentferner, erst, wenn er mir den Balken entfernt hat, und mir klar bewusst wird, in welcher Gottesferne ich mich befunden habe, können wir aus dieser Tiefe heraus und wenn es unser Auftrag ist, auch anderen liebevoll und betend helfen einen Splitter zu entfernen. Und wir sollten aufpassen, dieses Problem ist nicht ein für alle Mal erledigt, auch wenn ich heute die Erkenntnis habe, kann ich morgen schon wieder in die Unbarmherzigkeit fallen. Wir bleiben immer Lernende und sind total auf die Liebe und Barmherzigkeit Jesu angewiesen.

Das Heilige nicht den Hunden geben und die Perlen nicht vor die Säue werfen, was könnte hier Jesus meinen?  Wenn Menschen absolut ablehnet sind, sich über heilige Dinge lustig machen, dürfen wir sicher unser Zeugnis einstellen und sollen nicht weiter versuchen sie zu überzeugen.

Es könnte aber auch sein, dass Jesus darauf hinweist, dass die ganze Bergpredigt im Kontext nur mit ihm gesehen und vor allem gelebt werden kann. Es geht ihm nicht um die allgemeine Regel, seid nett zueinander. Das ist natürlich nicht verwerflich sich daran zu orientieren. Aber wir sind ja nicht Nachfolger Jesu, die seinen Worten Folge leisten, weil wir wollen, dass die Leute nett zu uns sind.     Wir wollen so leben, weil Gott es sagt, weil wir ihn verherrlichen wollen, weil wir ihm die Ehre geben, weil wir zuerst nach seinem Reich trachten!! Und wir wollen Menschen weitersagen, was das bedeutet: Freiheit, Schuldvergebung und Hoffnung auf die Ewigkeit = Sinnerfüllt leben! Und da wären es tatsächlich Perlen vor die Säue, wenn wir mit der allgemeinen “Nettigkeit und dem “Gutmenschen“ zufrieden wären; letztendlich würde es sich auch gegen uns wenden.

Barbara Ludwig

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